<- Zurück
Die weiße Welt
August 1983
Dieser Traum geschah nicht mit einem Mal, er mäanderte, wand sich durch mehrere Nächte, setzte sich in Tagträumen fort, verankerte sich in meinem Bewusstsein – bis ich ihn verstanden hatte und niederschreiben konnte… und niedergeschrieben fand ich ihn wieder in meinen Notizen… mit zahlreichen Tautologien und Verwindungen… hier nun meine Zusammenfassung…

… ich reiste… aus dem Sonnensystem stieg ich durch unsere Milchstraße in fremde Galaxien… durch die kalten Einsamkeiten der zeitlosen Stille aus unserem Universum heraus ins Nichts… dort verschlang sich mein Weg um sich selbst… und ohne dass ich mich zurückwenden musste… konnte ich weiter vorwärts gehen und ging doch zurück…

…………………
…………………

… jetzt bin ich nur noch ein Beobachter, ein Berichterstatter, ein Reporter, ein Zusammenfasser… so viel ist zu sichten, zu berichten, abzuwägen… Ich werde zum Rechner, wähle aus, unterschlage, hebe hervor, überlasse mich der Willkür der Assoziationen, lasse mich überrumpeln durch die Action der Realität, träume, verarbeite, vergesse und erinnere mich…

… in diesem Kopfbahnhof außerhalb unseres Universums sitze ich auf einem Baum, die Position des Betrachters… die abgehobene und überschauende Sichtweise der Wahrnehmungen…

… ein zarter Schein einer möglichen Hoffnung taucht in mir auf… lässt (auch) mich diesen wartenden Blick aus diesem Bahnhof, diesem Dreh- und Wendepunkt, tun… mein Blick gleitet hinaus, umfasst die Vergangenheit, die Gegenwart und eine mögliche erhoffte Zukunft. Viel Gnade und Barmherzigkeit und auch unerbittliche Erhabenheit formen und gestalten den Weg…

… mir offenbart sich eine ungeheure und großmächtige Macht als die Kraft, die Kraft der Erhabenheit und des selbstsicheren weisen Wissens, geformt durch die Erkenntnis, versprochen, prophezeit und ersehnt… alles Wollen aller Menschen zu allen Zeiten kumuliert: Haß, Wut, Angst und Verzweifelung, Zerstörendes und Aufbauendes geben ihre Gegensätzlichkeiten und Feindschaften auf und ihre Kräfte frei... und wo sich Widerstände neu bilden, werden sie hinweggespült werden in einem unerbittlichen Mahlstrom…

… und die Kraft beflügelt die Wahren, die Wächter und Bewahrer, befreit die Unterdrückten und Versklavten, vernichtet die Widernatürlichen… ohne zu zaudern und zu beben schneidet, trennt und richtet jetzt das urewige Verlangen und Wissen der Menschenvölker, befreit, entflammt und brennend. Woher sonst soll die Hilfe kommen, wenn nicht aus uns… denn in uns wurde sie hineingelegt; so wird der Samen Aufgehen und Mensch mit Mensch und Natur versöhnen…

… hier ist unsere letzte Chance; denn nur im Schulterschluß der Wohlwollenden werden wir uns retten, werden wir gerettet werden… und die Front der Gegner wird zerstieben in der Uneinigkeit ihrer immer gegensätzlichen Egoismen… ja, in Wahrheit werden gerade die Feinde und Gegner da unsere besten Verbündeten sein wollen, wo ihre eigenen Selbstsüchte und Begehrlichkeiten nicht berührt sind…

… so wird ein Großteil der notwendigen Arbeiten uns abgenommen werden, und wir werden Ruhe erhalten, um zu wachsen und zu gedeihen… wie es gut ist…

… wie in einer Reihe hintereinander aufgestellter Spielsteinchen werden sich die Wankelmütigen gegenseitig umstürzen und verstreut und flach und hilflos am Boden liegen, wenn wir nur in festem Wissen und mit sicherem Willen den ersten Anstoß unmissverständlich geben werden… in uns steckt die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Kraft…

… und dahin, zu uns selbst, führt diese Reise…

… ein Traum, ja, aber nicht das Paradies, nur die mögliche Verwirklichung des uralten Menschheitstraumes, zufrieden und ruhig unser Leben auf unserem Blauen Planeten leben zu können, im Einklang mit der Natur… und uns selbst… und allen anderen Menschen und Völkern…

… heraus aus der Sackgasse, an deren Ende wir selbst, wie in einer Reuse gefangen und unfrei… uns gegenseitig zertrampeln und vergiften werden, an deren Ende wir ersticken in einer erstickten Welt… wenn wir uns nicht vorher befreien können…

… wir wissen doch bereits, dass wir unseren Planeten und uns zerstören… wissen wir doch bereits, dass wir in einer von uns geformten Umwelt leben, die uns unseren Raum und unsere Luft zum Atmen nimmt… und noch formen wir unsere Umwelt so um… wie wir sie selber gar nicht wollen und wie wir sie gar nicht vertragen…

… wie Lemminge machen wir einfach weiter und weiter bis zum Ende, bis zum nicht lebenswerten und unwürdigen Ende… an unseren kleinen Egoismen werden wir sterben, wenn wir nicht vorher diesen Allgemeinen Zug stoppen können… wenn wir nicht endlich so leben, dass wir uns wohl fühlen und wie wir uns wohl fühlen…

……………………
……………………

… je lauter und intensiver wir unsere Leben hektisch und unruhegetrieben zu leben scheinen, desto größer und atonaler empfinden wir selbst Gegensätze zur Natürlichkeit, desto mehr leiden wir, desto lauter und zügelloser schreien wir… hinter all` diesen Spaß- und Lust- und Lebensgierschreien schrillt Angst und das verdrängte Wissen der verbotenen Früchte, um die verbotenen Früchte…

…je größer und ungeheurer wir die Gegensätzlichkeit empfinden, desto mehr Kraft und Macht ist vorhanden, uns zu ändern und zu retten; denn nur wir selbst können uns bewahren…

……………………
……………………

… ich selbst bin nur der Rechner, der Beobachter, der Begreifer, der begreiflich zu machen versucht, was er dort auf dem Baum sitzend sieht und empfindet…

……………………
……………………

… unwillkürlich will ich vom Baum herabsteigen… weg… dieser Augenblick, ein sonst flüchtiger Moment des Schauens und Wartens, wird zur Erwartungshaltung… der Eindruck einer mächtigen Kraft steigert und steigert sich, multipliziert sich…

… diese Kraft vibriert wie ein verheißendes Raunen, dem sich niemand entziehen kann, dem sich niemand entziehen will, augenscheinlich… ein Gemeinsames Wissen gibt hier die Orders…

… jetzt ist es soweit… das Wissen darum ist sicher… jetzt ist es soweit…

… ein Lichtwesen schwebt vor in der Unendlichkeit des Nichts… außerhalb unseres Universums… außerhalb des Kopfbahnhofes meiner Reise… mir auf meinem Baum sichtbar… hörbar…

… gebannt bin ich von dieser Selbstverständlichkeit, von dieser ruhigen Heiterkeit, von diesem Lachen…

… eine Linke Hand hält Werkzeuge, hebt sie hoch… mit zwei, drei Bewegungen umrundet dieses Wesen unser Universum, rollt es näher zu mir heran… damit ich besser sehen kann, was passiert…

… das Universum ist weiß und schwarz und durchsichtig… anstelle einer Außenhaut schweben und flackern Lichtschatten und –reflexe auf seiner äußersten Form, ja, kennzeichnen so erst überhaupt die äußere Form… diese Lichtschatten und –reflexe sind durchsichtig und schillern in allen Regenbogenfarben, illuminieren mal wie Wimpernschläge, huschen um diese eingedellte und fast ovalkugelige Form… mal schwimmen sie langsam wie brennende Seen herum, Trichter, Lichttrichter bilden sich, schließen sich…

… nach innen wird das Universum immer unermesslicher, meine Blicke versinken und tauchen tiefer und finden doch keinen Grund zwischen den nebligen und gleichmäßig positionierten Spiralen…

… und jedes Ding hat hier und da und überall seine Eigendynamik und dreht sich mindestens um zwei Achsen… wie auch das ganze Universum sich zweifach zu drehen scheint, sich dreht und wie losgelöst und einsam vor uns im Nichts schwebt… ein funkelnder, lebendiger, atmender, pulsierender Juwel in einem Umgebungszustand, den ich einfach nicht begreifen kann, den ich deshalb einfach das Nichts nenne…

… verzaubert sehe ich das Wesen diesen Lebensball hochheben und umfassen, auf einer Hand jonglieren… das mit der Linken Hand, die gleichzeitig noch dieses Werkzeug hält, Spielzeug, während die Rechte hineinlangt in diesen Ball… mit spitzigem Zweifingergriff einen Planeten aus einer der unzähligen Spiralen herauslöst… (mir) präsentiert… und die Zeit steht still, die Drehungen des Himmelkörpers haben aufgehört…

… namenlose Stille…

… einzig eine sanfte Lichtstrahlung aus der Hand des Wesens ist zu erkennen und erhellt das Geschehen…

… “Dies ist die Luft,“ sagt das Wesen… und schält eine dünne gasartige Wolke von der Planetenkugel… und lässt die Luft los, die sich sofort in dieser Nichtumgebung auflöst, spurlos meinen irdenen Augen und Sinnen entzogen…

… „Dies ist das Wasser,“ sagt das Wesen und löffelt mit einem kleinen Spielzeuglöffel alle Flüssigkeit ins Nichts…

… „Und dies sind Erde und Feuer,“ sagt das Wesen und wirft die jetzt hell lodernde Kugel hoch ins Nichts…
„Das Nichts außerhalb eures Universums gibt es nicht so, wie ihr es euch vorstellen mögt,“ sagt das Wesen, „alles ist da von Anbeginn, der keinen Anfang und kein Ende kennt, weder Raum, noch Zeit, noch Erde, Wasser, Feuer und Luft, wie ihr sie begreift… und doch ist dieser Zustand… nur ihr werdet ihn nicht fassen können, doch er umfasst euch…

… denn in ihm ist all euer Sein, ungeschöpft nach eurem Maß…

… weil ihr aber Kinder dieser Schöpfung seid, Teil dieser Schöpfung, setzte Ich eure Grenzen euch in eurer Ordnung, der Weißen Ordnung.“

………………………
………………………

… und wieder verschieben sich die Abstände zwischen dem Wesen und mir und dem Universum, das jetzt emporschwebt bis hoch über mich… dort hält es inne… gebieterisch streckt das Wesen Seine Arme empor und zeigt auf das Universum, das erstarrte Gebilde…

… nicht nur die Drehbewegungen des Ganzen halten an, sondern auch die der Spiralnebel, der Galaxien, der Sonnensysteme… die Planeten und Monde stehen, die Lüfte und Wasser rühren sich nicht… kein Pulsieren ist mehr und kein Atmen…

… als das Wesen endlich mit Seinem Willen den Kosmos teilt…

… lautlos und sanft lösen sich nach Rechts und Links aus dem jetzt mittleren Universum zwei gleiche Gebilde… drei gleiche Kosmen schweben bewegungslos nebeneinander… im Ruhezustand erkenne ich sie als beinahe ganz rund Ovale… jedes Oval ist zum besseren Erkennen mit einem wie milchigen Gas angefüllt, bildet sich eigentlich nur aus diesen Gasen, die sich nur in der Färbung unterscheiden…

… in kräftigen Spektralfarben leuchten das Linke Oval in Gelb, das Mittlere in Rot und das Rechte in Blau… inmitten dieser Gaseier sehe ich zwischen jeweils doppelten Mittelpunkten eine Verdichtung der nebeligen Substanzen wie eine Verbindungsachse… so kommt es mir vor…

……………………
……………………

… „eure Welt,“ sagt das Wesen, „euer Kosmos, euer Universum und seine Gesetzmäßigkeiten und Gesetze, die euch von dem trennen, was ihr nicht erkennen könnt… weil diese Gesetzmäßigkeiten Spezialisierungen sind, Einschränkungen gegenüber der vielfach größeren, ja, unbeschränkt großen Potenz dessen, das ihr das Nichts nennt…

… und so ist das Nichts überall, nicht gebunden durch Zeit, Raum und Körperlichkeit eures Universums… das Nichts ist mit all seiner latenten Potenz nicht nur außerhalb eures Lebensraumes, sondern direkt unter und in euch; doch ihr könnt es nicht schauen, weil ihr geblendet seid durch die Norm Weiß… ihr seid eingebunden in eure Welt… ihr seid ein Teil dieser Welt…

… für euch gelten die Gesetze dessen, was ihr das Nichts nennt, und das ihr nicht begreifen könnt… es sei denn, ihr verlasst euren Raum, eure Zeit und eure Körperlichkeit… das aber könnt ihr frühestens mit einer Seele, mit eurer Seele zum Zeitpunkt eures Todes… wenn ihr bis dahin eine Seele gebildet habt und euch die Schranken von Mir geöffnet werden… solange euer Universum besteht…

… hernach gelten die Weissagungen mit dem Untergang eurer Welt und dem Großen Gericht…

… eure Welt,“ sagt das Wesen, „euer Universum und seine Gesetze, eure Lebensmöglichkeiten… eure Norm Weiß beinhaltet die Einschränkungen durch eure Leiblichkeit, eure Körperlichkeit, die Einschränkungen durch eure Zeit.“

………………………
………………………

… das Wesen weist auf das Blaue Oval: „… das ist euer räumlicher Kosmos mit den bekannten Dimensionen, mit der Dreidimensionalität des Raumes, gekennzeichnet durch Breite, Länge und der Hochtiefvertikalen… ihr könnt euren Raumkörper Weltall von Innen her beziffern und berechnen…“

… das Wesen weist auf das mittlere Rote Oval: „… das ist euer Kosmos der Energie, folglich auch der Masse… begreift Masse als Energie… als dreidimensionale Energie mit dem physikalischen Element, dem chemischen Element und dem elektromagnetischen Spannungsfeld… `räumliche` Energie in drei Dimensionen…“

… das Wesen weist auf das Gelbe Oval: „… auch die Zeit ist dreidimensional… zeitlich seht die Ebene der Gegenwart, und begreift die `räumliche` Zeit mit dem Bewusstsein von Gestern und Morgen… als hier der Vertikalen aus der Vergangenheit in die Zukunft…“

…………………………
…………………………

… mir ist, als ob das Wesen mir zunickt und lächelt, und Es klatscht in die Hände… und die drei Kosmen, der Blaue des Raumes, der Rote der Energie und der Gelbe der Zeit beginnen sich um je nur einen ihrer Mittelpunkte zu drehen… die grobkörnig strukturierten Nebelovale rollen sich um die Drehachse… deutlich erkennbar… die Eiformen strecken sich, sehen formlich aus wie Walzen…

… erneut klatscht das Wesen in die Hände… die Symbole drehen sich jetzt auch um den jeweiligen zweiten Mittelpunkt auf einer anderen Achse… die wie gerollt wirkenden Nebel verschlieren sich zu Spiralformen… erneut bilden sich Ovale, wachsen erneut langsam und stetig durch die Ausdehnungen der Farbnebel weiter… ohne aber im Inneren auszudünnen…

… ein erneutes Händeklatschen… und die äußeren Leuchtgaskosmen gleiten wieder auf den mittleren Roten Energiekosmos zu… die Körper vereinigen sich zu einem einzigen Universum, zu dem Neundimensionalen Weltall der Weißen Norm… weiß und hell und rein ist das Leuchten…

… doch da sowohl das Blaue Oval… wie auch das Rote und das Gelbe… ihren jeweils eigenen Rhythmus bewahrt haben… der nicht vollkommen identisch ist mit den Rhythmen der jeweils zwei Übrigen… wirkt ein vergängliches buntes Farbspiel auf der äußeren Hülle der Weißen Norm… wenn die spektralfarbigen Eikappen der Ovale in eigenen Gesetzmäßigkeiten über die weißen Oberflächen gleiten… sich begegnen, einzeln, mal zwei, mal irritierend drei…

… Lichttrichter bilden sich… Regenbogen schillernde Seen bilden sich… verändern sich changierend… illuminieren wie Wimpernschläge… huschen über und um diese ovalkugelige Weiße Form…

…………………………
…………………………

Unter diesem Schauspiel da steht das Wesen und klatscht erneut in die Hände…

… die Symbole des Raumes, der Zeit und der Energie gleiten erneut auseinander… schweben wachsend nebeneinander… dann stoppt das Wachstum… die Gebilde verjüngen und verjüngen sich…

… der Blaue Raum… der Rote Raum… der Gelbe Raum… haben sich vollkommen zurückgebildet… sind weg… haben sich durch die Mittelpunkte nach Innen ins Nichts aufgelöst… zurück bleiben nur die Mittelpunktpaare… Blau… Rot… Gelb… jeweils verbunden durch eine haarfeine, wie gläserne Achse… starr diese Achsen als Abstandshalter und Verbindungsschienen…

… mittig sind die Achsen punktartig verdickt… die Mittelpunkte drehen sich und tanzen weiter, als ob die Räumlichkeiten noch vorhanden seien… alles gleichzeitig…

… fast übertönt Lachen das Zersplittern der starren, gläsernen Verbindungsachsen zwischen den sechs spektralfarbigen Mittelpunkten… wie Murmeln klickern die drei Mittelpunktpaare in der Rechten Hand des Wesens, als Es sie auffängt… die Hand schließt sich…

… es ist kein Licht mehr, kein Dunkel… da auch die Zeit nicht mehr ist, gibt es auch keine Zeitlosigkeit… weder bin ich… noch bin ich nicht… Tausend Jahre wie ein Tag… doch was ist ein Tag… ein Jahr… ungeschöpft…

…………………………
…………………………

… nach und nach… langsam und wie zögernd werde ich mir wieder meiner selbst bewusst…

… aus einer zarten Hand strömt ein diffuses Licht; die Hand ist geöffnet, das Licht kommt aus der inneren Handfläche… das ist mein Orientierungspunkt in dieser Un-Welt, im Nichts…

… ich höre ein bekanntes heiteres Lachen, das Lachen des Wesens…: „Schau,“ höre ich, „begreife…“ … die geöffnete Hand dreht sich langsam um sich selbst, bis ich die Handfläche nur noch als schmal leuchtenden Bogen, ähnlich der Mondsichel, erkenne… sehe, dass das Licht keine Aura hat, keinen Widerschein; dann schwenkt die Hand zurück, zeigt mir wieder ihre volle Innenfläche…

… „…bleib…“ sagt die Stimme, während das Licht aus der Hand immer stärker wird und gleichzeitig einen Bogen um mich, um meine Wahrnehmung herum beschreibt und schließlich einen Widerschein erhält… hell… immer heller… aber ohne zu brennen, ohne zu blenden…

… inmitten der Stärke abertausender Lichtblitze flirrt das Nichts… mahlt ein Gewirr von unerkennbar kleinen Un-Teilchen, nicht beschreibbar, nicht benennbar… und doch drängt sich mir ein lächerlicher Vergleich auf, unzureichend, ungenügend…: … dichtes, reines, getrocknetes Wasser, das steht, und fließt, und es durchdringt mich, strömt, als ob ich nicht sei…

„… schau und begreife,“ befiehlt die Stimme… und das Licht, der Widerschein des Lichtes beginnt zu vibrieren in einem tonlosen lang auf- und abschwingenden Rhythmus… wie Wellen überrollen, -fluten, -schwemmen mich die lang auf- und abschwingenden Rhythmen, und jede Welle hat einen anderen Lichtschein und andere Vibrationen…

… sehe ich wirklich zwei gegeneinander verlaufende Strömungen… Ströme aus nicht erkennbaren Un-Teilen, die sich spiralig ineinander verdrehen und verweben… sind es doch noch mehr flutende Eigenbewegungen in diesem Nichts; … an zwei erinnere ich mich deutlicher, an den wie fluoreszierenden Mahlstrom und an den Strom der ständig wechselnden Vibrationen, Impulse…

„… du siehst, was du begreifen kannst,“ höre ich, sage ich selbst, wer, das Wesen…



… hinter mir ist die Hand des Wesens und erleuchtet das Spektakel… und im Licht dieses Wohlwollens bilden sich mir unzählige Kosmen, unzählige Myriaden von eigenen Universen… kaum eines gleicht dem anderen; nicht nur erscheinen sie mir unterschiedlich groß – oder soll ich alt sagen - auch ihre Konsistenzen – oder soll ich Normen sagen – sind vielfach verschieden… sehe ich in all der Vielfalt zwei oder mehr Gebilde derselben Einschränkung? … ist das denn wichtig…

… jetzt ist alles ja zudem gefiltert durch das Sieb meiner Erinnerung… oder aber wie soll ich mich an Farben und Impulse erinnern, deren Gesetzmäßigkeiten in unserer Norm nicht möglich oder auch einfach nur unbekannt sind… wie wollt ihr verstehen...

… so trennt mich das Geschaute weiter, jetzt und hier… nur Qual und Furcht der Frühen, Frischen Tage des Sehens sind entfernt… könnte ich sonst reden und schreiben, wo doch kein Zeuge unter euch ist… das Zeugnis zu prüfen in welchen Einzelheiten…

… doch Zuversicht macht mich stark, auf dass ich rechne und berichte von der Notwendigkeit, den Gemeinsamen Weg nicht zu verfehlen, sondern ihn zu finden… nicht um Glauben will ich rechnen und berichten… da gibt es nichts Neues, was nicht schon geschrieben steht… ich rechne und berichte… um Ruhe zu finden… wie sonst…

……………………
……………………

… „Wesen, wo bin ich, wo sind meine Mitmenschen…?...“
„… du bist alleine hier… dein Universum, deine Galaxien, deine Erde… egal… Ich habe
Alles zerlegt in die wenigen Einzelteile… drei mal drei Dimensionen… alles ist aufgegangen im Nichts… nur du bist, aus Erde gemacht, du, der mit der Erde arbeitet, aus der Erde heraus arbeitet… doch jetzt bist du ein Bauer ohne Krume, der einzige Beweis deiner selbst und deines Universums… mit wem willst du wohin… du Flüchtling…

… bisher durftest du fliehen in Angst und Furcht…“
…………………

„… weiter,“ sagt das Wesen, „alles kommt aus dir selbst, auch Ich bin deine Fiktion… nur vergiß nie, es gibt nur einen Herrscher über alles, die Zeiten, die Welten… sage darum nicht Zwei oder Drei… und der Eine ist gnädig und barmherzig aus Sich heraus… und Er allein wird richten… nach Seinem Maß… wem sonst kannst du dienen… der gerade Weg ist dem Diener vorgezeichnet… er kann ihn befolgen… jeder kann das…“

………………………
………………………

… die Intensität des Lichtes scheint mir geringer zu werden, der Lichtwiderschein verblasst… das Wesen und ich sind allein… einzig die Reststrahlung aus der Handfläche ist mir Orientierungsmöglichkeit… die Handfläche ist mir voll zugewandt… das Licht hat eine große und tiefe Innerlichkeit, Kraft und Macht… es ist einzig, und in seiner nun engen und begrenzten Aureole sehe ich Strömungen des Nichts mahlen…

… und die Strömungen des Nichts zeugen in ihrem Inneren und in ihrer Tiefe aus der Macht und Größe einen Punkt, über den endlich die andere Hand drei Achsen wie aus feingesponnenem Glas legt… und paarig ordnet die ordnende Hand die sechs Farbpunkte an die Enden der Glasachsen…

„… noch einmal…“

… und das Wesen schaut zu dem Leuchten und zu dem geordneten Bildwerk in seiner Hand und haucht es an… und das Bildwerk beginnt zu leben…

… wie gläsern, farblos beinnahe in der jeweiligen Spektralfarbe, liegt ein Nebelschleierchen

Über den Geraden der Achsen zwischen den Farbpunkten… und das Leuchten in der geöffneten Handfläche des Kindes dimmert und verglimmt… nur eine Lichtquelle ist mir jetzt noch sichtbar…

… weiß leuchtet der Schnittpunkt der vibrierenden Leuchtgasachsen, fluoreszierend in den Spektralfarben die Endpunkte der Achsen… die stärker und kräftiger werden… als das Vibrieren des Bildwerkes sich auflöst in einer eigenständigen Bewegung… unser Universum lebt… beinahe sehe ich die wachsenden Achsen sich in den Radien sichelförmig in der Mitte nach hinten biegen, als schöpften sie im allgegenwärtigen Nichts…

… eine Regenbogenkugel, ovalförmig bald, bald ganz weiß, durchsichtig schwarz mit weißen Punkten, ein einziger Wirbel, auf dem schon das Regenbogenspiel beginnt, das Flackern, Huschen, außenhäutig… und spiralförmige Wölkchen steigen aus dem Zentrum im steten Fluß, zeigen, dass dem Urknall unaufhörlich ein Urknallstrom folgt… und je nach Dauer sind die Galaxien größer und kleiner… und je nach dem Ablauf der wiegenden Ur-Nabel-Zelle verteilen sich die Sternenschauer im All, in unserem All…

„… noch einmal,“ sagt das Wesen, „schaue und begreife; denn jedes Begreifen und Erkennen kann ein Neuer Anfang sein… und hinter dem sich neu bildenden All hebt das Wesen seine Hand… zeigt mir die Handfläche… die wieder zu leuchten beginnt, bis ich wieder die Strömungen des Nichts sehen kann… und diese Strömungen gehen ungehindert durch unser Universum, sind mit ihren Gesetzen überall… sind nicht gebunden an Körper und Raum und Zeit…

… jenseits unserer Dimensionen… jenseits unserer Norm Weiß… jenseits unseres Vorstellungsvermögens… doch sie sind da… ich begreife und erkenne… hiermit rechne ich ab, indem ich es öffne…

… als Letztes noch holt das Wesen Selbst aus dem Nichts mit spitzigem Zweifingergriff eine Feuerkugel hervor, löscht mit Wasser aus dem Löffelchen das Feuer, teilt die Sternenkugel auf in Flächen von Meeren und Kontinenten… beseelt den Planeten mit gehauchtem Kuss… hängt ihm gleichzeitig seine Atmosphärenluft um… und versenkt ihn in der Norm Weiß, in unserem All…

… dann schwebt das Wesen langsam ins Universum bis hin zur Mitte… zum pulsierenden Lebensstrom… und löst sich gegen die Strömung im Nichts auf...

………………………
………………………

„… und der Urknall unserer Wissenschaften mit seinen umfassend gewaltigen Dimensionen ist dann was…“ fragt mich einer…

„… was wissen wir über die Zeiten und Kräfte in unseren Räumen… was ist, wenn unser „Urknall“ nur die eruptive Wiedergeburt aus einem alles verschlingenden Schwarzen Loch war, was wissen wir dann noch über die Vorzeiten und die möglichen Zukünfte…“